Firmengründer war Hermann Heinrich Grunert. Er war von 1888 – 1892 bei Malermeister Louis Lane in Lippehne in der Lehre und erhielt seinen Gesellenbrief am 03. April 1892. Nach seiner Militärzeit begab er sich auf Wanderschaft in die Norderney  - die Niederlande – und Berlin.

Auf eine Zeitungsannonce hin, dass in Sohland a.d. Spree ein Malergeschäft zur Übernahme abzugeben wäre, fährt Hermann Grunert nach Sohland. Er wohnt bei dem Bauern August Koch Nr. 463, heute Hauptstr. 71, und richtet hier – Anfang 1904 - in einem Schuppen seine erste Werkstatt ein.

 

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Die endgültige Geschäftseröffnung fand am 16. Mai 1904 statt.

Dies ist jedoch nur durch eine Rechnung von der Druckerei Gustav Kleissle aus Schirgiswalde belegbar.

Der älteste Stundenbucheintrag ist vom 23. Februar 1904. Bei den Arbeiten für den “Thurm” finden sich im Stundenheft vom 02. – 07. Mai 1904 die Stunden eines Lehrlings ohne Namen. Später tritt der Vorname “Willy” auf – wobei es sich um einen angelernten Arbeiter handelt. 1905 hat er bei einer Lohnaufstellung im Stundenheft, gegenüber dem Gesellen Lehmann  nur den halben Lohn bekommen.

Durch die Gewerbefreiheit des Kaiserreiches war die Geschäftsübernahme durch Gesellen unproblematisch. Die rasante Entwicklung des Geschäftes von Hermann Grunert und die teilweise noch heute nachprüfbar hervorragende Qualität erhaltener Arbeiten, wie z. B. die Stuckdecke mit Malereien in der Villa Richter oder Jugendstil - Dekoration und Marmormalerei in der Villa Hantusch u.a.

Aufträge vom Königlich Sächsischen Innenminister Hermann v. Nostitz-Wallwitz, der Kirchgemeinde und Kommunalgemeinde Sohland (Schulen,...), der Post sowie von allen großen und größeren Firmen Sohlands, wie z. B. Reitz Mechan. Weberei, Hantusch Steinschleiferei, Stein Knopffabrik, Hugo Paul Konservenfabrik u. v. a. sowie Privatpersonen.    

Dies zeigt, dass Qualität und Entgegenkommen auch den gehobensten Ansprüchen der Kundschaft nicht vom Meisterbrief, sondern vom persönlichen Können abhängt. Auch die von H. Grunert ausgebildeten Lehrlinge sind hervorragende Facharbeiter und Meister geworden.

Schärfster Konkurrent von Hermann Grunert war Oswald Pittrich. Er unterbot in den 20er Jahren alle Angebote – bis er pleite war. Er durfte 2 Jahre kein Geschäft führen und arbeitete als Postbote. Damit bekam er nach Geschäftswiedereröffnung einen neuen Großkunden – die Post.

Im Jahr 1924 begann der letztgeborene Sohn, Edmund Grunert, eine Lehre zum Maler. Er besuchte in den Winterhalbjahren 1926/27, 1927/28 und 1928/29 den Privatunterricht bei Schödel. Alfred Schödel leitete bis in die 50er Jahre die Dresdener Meisterklassen. Er arbeitete mit ihm zusammen im “Capitol”-Kinopalast.

Edmund Grunert legte seine Meisterprüfung mit 19 Jahren ab und bekam seinen Meisterbrief zugesandt als er 21 war. 1932 besuchte er die Holz- und Marmormalschule in Wien.                       

Am 2. Mai 1963 lernt Edmunds Sohn, Jost Grunert, nach einer Drogistenlehre als zweiten Beruf Maler. Als Umschüler legt er 1966 die Gesellenprüfung ab. In den Jahren 1972/73 besucht er einen Meisterlehrgang in Dresden und legt dort die Meisterprüfung ab.

Am 1. September 1974 übernimmt Jost Grunert das Geschäft seines Vaters Edmund. Jahrelang hat Jost mit seinem Vater und jeweils einem Lehrling zusammengearbeitet. 1981 waren in dem Betrieb 2 Gesellen beschäftigt und Edmund Grunert zog sich mehr ins Privatleben zurück. Die letzte große Holzmalarbeit von Edmund entstand am 12. Januar 1993 im Gewandhaus in Bautzen. Es handelt sich um eine Holztäfelung im Erker des Fürstenzimmers.

Jost Grunert wurde Vater von 2 Söhnen – Mathias, geboren 1971 und Stephan, geboren 1975. Die beiden  erlernten ebenfalls den Beruf des Malers.

Seit 1. Juli 2005 haben Mathias und Stephan die Geschäftsführung übernommen.

Hantusch
Leim

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Maler Grunert GbR

aktualisiert: 23.07.2018